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21.06.2021

Deutsches Bier ist immer koscher…

Fragen an jüdische Mitbürger in der 11 am Beruflichen Gymnasium
 

Der Zentralrat der Juden und seine Organisation „Meet a Jew“ ermöglichten ein virtuelles Treffen unserer Schülerinnen und Schüler mit Menschen, die der jüdischen Religion angehören und in Deutschland leben.
In den Religionskursen von Schulpastorin Bianca Reineke und Frau Dr. Anja Schmidt gab es am Freitag, den 19.6. eine Zoom-Begegnung, die bei allen Beteiligten nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat. Über die Laptops und den Beamer wurden jedem Kurs zwei jüdische Mitbürger zugeschaltet, die sich den Fragen der Schüler stellten, Geschichten aus ihrem Leben erzählten und somit ihren ganz normalen Alltag in Deutschland mit uns teilten.

Sowohl die Interviewten als auch die Schüler legten besonderen Wert darauf, nicht nur nach dem aktuellen Nahostkonflikt und dem Nationalsozialismus zu fragen, denn es war allen Beteiligten sehr wichtig, die Religion Judentum und ihr aktuelles Dasein im Rahmen der religiösen Vielfalt und Pluralität Deutschlands näher kennen zu lernen.
Und so drehten sich die lebendigen Dialoge um koscheres Essen (wer hätte gedacht, dass deutsches Bier, im Gegensatz zu Wein, aufgrund des Reinheitsgebotes immer koscher ist?), um LGBTQ im Judentum, um Traditionen bei jüdischen Hochzeiten, um Beerdigungen ohne Sarg, um jüdische Kindergärten und Schulen - und vor allen Dingen um die Erkenntnis, dass jüdisches Leben in Deutschland endlich wieder zur Normalität gehört.
In einem Kurs stellten sich Samuel, ein Poliitkstudent aus Berlin, der eine Karriere als Rabbiner anstrebt und sich selbst als religiös und dabei „modern-orthodox“ beschreibt, und Judith, eine Erzieherin aus Hamburg vor, die sich selbst als „sehr liberal“ bezeichnet und weder auf koscheres Essen noch auf die Einhaltung des Sabbats achtet. Im anderen Kurs diskutierten Yahel, ein Student aus Braunschweig und Adriana, Schriftstellerin aus Flensburg mit den Schülerinnen und Schülern.
Das Leben und der Alltag dieser Vier stand im Mittelpunkt. Neben der Betroffenheit darüber, dass viele Juden in Deutschland, so auch unsere Gäste, Antisemitismus hautnah erfahren mussten, überwog die wunderbare Erkenntnis, dass in unserer Mitte jüdische Mitbürger sind, die genauso wie wir ihr Leben meistern, ob nun mit gelebter Religiosität oder nicht.

Die 90 Minuten gingen viel zu schnell vorbei. Aber jedem, der Interesse an einem solchen Dialog hat, sei die website www.meetajew.de ans Herz gelegt

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