Erasmus plus für Lehrer

Theaterspielen in Barcelona

Vom 22.10. – 27.10.2018 fuhren Herr Özdemir und ich nach Barcelona und arbeiteten eine Woche gemeinsam mit weiteren neun Kolleginnen und Kollegen aus Ungarn, Kroatien, Polen und Griechenland zu dem Thema:
Creative drama for social integration an refugee integration
(auf deutsch: kreatives Theater für soziale Inklusion und Flüchtlings - Integration)
Da wir als Bildungsgangleiter für die Flüchtlingsklassen an der Elisabeth-Selbert-Schule zuständig sind und auch dort unterrichten, durften wir an dem Seminar in Barcelona teilnehmen. (Aber bitte auf englisch.)
Barcelona ist eine faszinierende, bunte und lebendige Großstadt mit ca 1,7 Millionen Einwohnern und ca. 7 Millionen Touristen pro Jahr, wie uns unsere Reiseführerin vor Ort, Gloria; gleich am ersten Tag informierte.
Wir hatten das Glück, dass der Workshop in einem wunderschönen alten Gebäude, einem ehemaligen Hospital, mitten in der Altstadt stattfand.
Die beiden Teamer, Stefano D’Argenio und Emanuele Nargi, studierten Theater und Kunst und arbeiten seit mehr als 20 Jahren in unterschiedlichen Projekten mit Schülern, in Schulen und mit Menschen, die einen Migrationshintergrund haben in unterschiedlichen Ländern. Beide sprechen neben englisch natürlich katalanisch, spanisch und Emanuele als Italiener italienisch. Die Sprachkenntnisse, ihre berufliche Kompetenz und die  Kompetenzen der beiden Teamer haben die Woche zu einem interessanten Erlebnis gemacht.
Ein Unterrichtstag (mit Bewegungen und körperlicher Aktivität) begann um 9.00Uhr, dauerte mit einer kleinen Pause bis 13.00 Uhr und dann ging der ganze Kurs Essen. Z. B. katalanisch in einem Restaurant, in dem auch die Einheimischen und nicht die Touristen aßen oder typisch spanisch: Paella oder Tapas. (köstlich, auch weil diese Unternehmung immer viel Gesprächsstoff bot)
Der Nachmittag dauerte von 15.00 – 17.00 Uhr und wieder wurde praktisch gearbeitet: Aktivitäten mit „Theaterelementen“ und Soft-skills, die geeignet für die Arbeit mit Flüchtlingen und Menschen mit Beeinträchtigungen sind.
Zuerst mussten wir die Methoden selbst ausprobieren und anschließend evaluieren. Gemeint ist: die Vor- und Nachteile für einen Einsatz unserer Schule diskutieren und begründen. Das war spannend, manchmal ein bisschen verwirrend, weil wir alle keine native speaker sind und es regelmäßig zu Missverständnissen kam, die dann erst einer Klärung bedurften.
Für den Abend wurden verschiedene Aktivitäten von Gloria vorgeschlagen. Besonders in Erinnerung geblieben ist der Flamenco-Abend in einer kleinen katalanischen Bar mit einheimischen Küntlern, die das in ihrer Freizeit und mit viel Begeisterung für den Flamenco machten.
Am Donnerstag besuchte die ganze Gruppe eine Grundschule mit integriertem Kindergarten. Das Besondere daran: In dieser Einrichtung werden zu mehr als neunzig Prozent Kinder von Immigranten unterrichtet und gefördert.
Im Gegensatz zu Deutschland, das sehr viele Flüchtlinge zu integrieren versucht, kämpft Spanien mit vielen Arbeitsimmigranten aus den ehemaligen spanischen Kolonien in Süd- und Mittelamerika. Sie haben ihre Herkunftsländer verlassen, weil sie hier Arbeit zu finden hoffen. Gelingt das, ist alles in Ordnung.
Aber: der spanische Staat zahlt keine finanzielle Unterstützung für diese Einwanderer und so ziehen sie immer wieder der Arbeit hinterher und für ihre Kinder bedeutet das unter Umständen, dass sie die Schule nach ein paar Wochen wieder verlassen.
Fazit nach einer Woche Arbeit in Barcelona:
Es ist sehr lohnenswert und erweitert den eigenen Horizont, wenn man mit Menschen aus anderen Ländern und Kulturen zusammen arbeitet oder Einrichtungen wie die Grundschule „el carmel“ kennen lernt.
Der Austausch und die Auseinandersetzung mit den Kolleginnen und Kollegen darüber wie in z. B. Griechenland oder Kroatien unterrichtet wird, ist spannend und informativ.
Die Methoden und praktischen Aktivitäten, die wir gezeigt bekommen und erarbeitet haben, können wir gut in unseren Unterricht mit den Flüchtlingen einbauen.
Alles in allem eine sehr erfolgreiche Woche in Barcelona.

Ein Vormittag in der dänischen Küchenwelt

Frau Kolbe schaut mit Erasmus+ über den Tellerrand in Kopenhagen im April 2018

In der Mitte des Tisches stehen 4 Kisten mit frischem Kabeljau, Scholle, Miesmuscheln und Forellen.
Die SuS werden von Gert in 6 Gruppen eingeteilt und haben die freie Materialwahl. Sie sollen aus dem selbst gewählten Grundprodukt ein Essen herstellen. dabei spielt es keine Rolle, ob es eine Vorspeise oder ein Hauptgericht wird.
Nach einer kurzen Planung holen die SuS die notwendigen Geräte z.B. Thermomix, Cutter o.ä. sowie die benötigten Lebensmittel aus den entsprechenden Lagern.
Jeder der SuS hat vollständige Arbeitskleidung und sein eigenes Messerset.
Nach ca. 35 Minuten geht Gert herum und informiert sich, welches Gericht die Gruppen geplant haben. Bei Fragen gibt er Hilfestellung und erklärt. Zwischendurch muss das Thema Mülltrennung kurz wiederholt werden…
Die ganze Atmosphäre gleicht eher einem kreativen Prozess mit dem Ziel, ein möglichst hochwertiges Gericht herzustellen.
Laut Gerts und Tommys Erklärungen, ist dies besonders in der ersten Hauptschule ( bei uns Grundstufe) wichtig, um den SuS eigene Ideen zu ermöglichen und gleichzeitig die erlernten Arbeitstechniken zu festigen.
Erst in der zweiten Hauptschulklasse (2.Ausbildungsjahr) werden auch klassische Rezepte gekocht, um die dort anzuwendenden Arbeitstechniken zu erlernen und ggf. weiterzuentwickeln. Eine zu spät gekommene Schülerin entschuldigt sich ausführlich und wird dann einer Gruppe zugeordnet. Laut Tommy dürfen die SuS in den 10 Schulwochen nur dreimal zu spät kommen, beim zweiten Mal wird der Betrieb informiert und danach dürfen sie nicht mehr zur Schule kommen und müssen ggf.  das Jahr wiederholen. In der Spülküche sind zwei Herren für das Geschirr zuständig.
Zwischendurch ruft Gert zum Gasherd. Er  hat die Seiten des Kabeljauskopfes gebraten und lässt nun alle SuS probieren. „Do you like it“ werde ich gefragt...irgendwie kann jeder der SuS englisch (besser als ich).
Je nachdem welchen Schwierigkeitsgrad das Gericht hat, stehen den Gruppen die entsprechende Zeit zur Verfügung.
Dann stellen Sie Gert die zubereiteten Speisen vor, erklären die Herstellungsweise und diskutieren Geschmack und Konsistenz. Gegebenenfalls werden Alternativen besprochen und erklärt. Auch die weiteren Gruppen schauen neugierig, was die Anderen produziert haben.
Während die letzte Gruppe präsentiert, räumen die anderen so langsam die Küche auf- schmutziges Geschirr in die Spülküche und die Lebensmittel und Geräte in die entsprechenden Lagerräume.


Bericht über Österreich Bildungsgang Hauswirtschaft/Pflege vom 26.02.-04.03.2018

Frau Fanslau und Frau Heinrich begleiten vier Schülerinnen und knüpfen weitere Kontakte

Das österreichische Fachschulsystem ist verglichen mit unserem sehr unterschiedlich. Die 3 jährige Ausbildung schließt mit 3unterschiedlichen Berufen ab. Kinderpfleger, Altenpfleger, Gastronomiefachkraft. Verglichen mit unserem Ausbildungssystem sind es Sozialassistenten, Altenpflegehelfer und „Helfer“ im Gastgewerbe.
Unsere Schülerinnen machen Praktikum in der Fachschule „St. Martin“ in der Großküche, dort werden Frühstück, Mittag und Abendessen angeboten. Hier arbeiten sie mit einem Koch und einer Küchenhilfe zusammen. Des Weiteren werden sie an Unterrichtseinheiten wie Textilkunde und Nähen teilnehmen. Ebenso sind sie in der Landwirtschaftlichen Schule „Alt-Grottenhof“ in der Molkerei, Käserei, Fleischerei und Bäckerei eingesetzt. Im dazugehörenden Bio- Hofladen verkaufen sie die hergestellten Produkte.
Wir (Fa./Hr.) haben in unterschiedlichen Unterrichten hospitiert.
Im Zuge des Betreuungsunterrichts haben wir das Landeskrankenhaus Graz, die Frühgeborenen Station besucht. Hier erhielten wir einen umfangreichen Einblick in die Station und einen interessanten Vortrag des ärztlichen Leiters.
Wir haben den Kontakt beim Direktor der Schule „Alt- Grottenhof“ hergestellt, so dass Agrar-Schüler von uns dort Praktika absolvieren können. Herr Kerngast ist dem europäischen Austausch gegenüber sehr interessiert.
Wir besuchten das Caritas Senioren- und Pflegewohnhaus Graz, Aribonenstraße, 8054 Graz, hier wurden wir vom Heimleiter, Herrn Rappold herzlich empfangen, bekamen eine Führung durch die Einrichtung und konnten ebenfalls positive Rückmeldung für Schüler/innen von uns für Österreich erhalten.
Unsere Schülerinnen sind sehr herzlich aufgenommen worden und fühlen sich gut aufgehoben. Obwohl es sich um ein deutschsprachiges Land handelt, gibt es viele sprachliche Hindernisse, die manchmal zu Verwirrung führen.
Ein Austausch ist auf jeden Fall sehr förderlich für die Eindrücke von Europa und die Entwicklung von jungen Menschen.

Erasmus macht glücklich

Lehrer sammeln im Ausland Erfahrungen

Allen Lehrkräften steht die Möglichkeit offen Erfahrungen im Ausland zu sammeln. Dazu bezahlt Erasmus plus die Unterkunft und den Flug. Die Lehrkraft Annette Kessler kann zum zweiten Mal die Möglichkeit nutzen über Erasmus plus ins Ausland zu fahren. Sie hatte im Herbst 2015 die Möglichkeit acht Wochen in Trondheim, in Norwegen, an der Hochschule zu hospitieren und zu unterrichten. Da ging es um den Bereich Kindergarten- und Krippenarbeit. Dieses Jahr kann sie in Bodø, das liegt 1200 km nördlich von Oslo, vier Wochen hospitieren und unterrichten. Hier liegt der Schwerpunkt der Universität auf sozialer Arbeit, Umgang mit Heimkindern und Jugendlichen. Durch den Austausch (in der Landessprache) werden oft win:win Situationen geschaffen, denn die Dozenten dort haben auch etwas von diesen Besuchen und das wirkt wie ein Synergieeffekt. Gleichzeitig sind drei ihrer Schülerinnen und Schüler in Oslo in einem Waldkindergarten und sammeln vier Wochen dort Erfahrungen mit Kindergartenkinder und den norwegischen Betreuungs-, Bildungs- und Erziehungskonzepten.

DAS hat Frau Kessler aus Norwegen mitgebracht!

Krippenkinderfest in der Fachschule für Sozialpädagogik

Über Erasmus plus konnte die Lehrerin Annette Kessler der Fachschule für Sozialpädagogik im Herbst 2015 acht Wochen lang in Norwegen hospitieren und viele Erfahrungen nebst Praxisbeispiele sammeln. Durch Besprechungen, Fotos und Erprobungsmut haben sich Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerkolleginnen getraut einen Mitmachvormittag für U3 Kinder anzubieten. Schnell haben 7 Krippen zugesagt und somit waren fast 100 Kinder in einem ihnen unbekannten Schulgebäude. Aktionen von Kugelbahnen, Monsterschleim, Wahrnehmungsecken, Barfußpfade, Malen mit Deorollern, Bilderbuchkino, Wasserspielaktion und Snoozelraum-Nutzung wurden so gut angenommen, dass eine Wiederholung im nächsten Schuljahr schon beinahe beschlossen ist. Die Gruppen wurden von Guides in die Räume begleitet und bekamen einen Raumplan zur weiteren Orientierung.
Eine Einrichtung konnte wegen eines personellen Engpass nicht teilnehmen, hat aber eine sozialpädagogische Fachkraft an den Langen Wall geschickt, um sich einen Einblick zu verschaffen. Wieder andere Einrichtungen haben die Wegstrecke mit einer Busfahrt verknüpft und Elternteile als zusätzliche Betreuungskräfte mitgebracht.
Die Angebote waren so konzipiert, dass sozialpädagogische Fachkräfte Ideen abgucken konnten und sollten. Einige Kinder waren nach vielen Eindrücken und Erprobungsphasen erschöpft und schliefen im Kinderwagen ein, andere verabschiedeten sich lautstark und wieder andere wollten gar nicht gehen. Für alle Seiten war dies eine win:win Situation. Die Auszubildenden in der Oberstufe haben einen Praxiserfahrungsraum mit Kinder im Alter von 1-3 Jahren, die Krippenkinder haben einen ganz besonderen, bedürfnisorientierten Vormittag erlebt, die sozialpädagogischen Fachkräfte konnten „ihre“ Kinder mal aus einer anderen Perspektive betrachten und Spielideen abgucken. Die Lehrkräfte konnten ihre Klassen in einem Professionalisierungsprozess erleben. Wenn Auslandserfahrungen zu solchen Prozessen beitragen, dann sind sie gewinnbringend.


Erasmus+

Es geht wieder nach Hause mit einem Kopf voller Ideen

Nun liegen zwei arbeitsintensive Wochen hinter uns. Bei jeder neuen Anwendung/ jedem neuen Tool stand die Anwendung also die unmittelbare Übungsaufgabe im Vordergrund. Alle Arbeitsergebnisse wurden dann jeweils in der Facebook-Gruppe gespeichert. Entsprechend vielfältig sind die Lernergebnisse. So wurden in dieser zweiten Woche Videos per Youtube- Editor erstellt und weitere Tools von Google- Drive, Hangout etc. erarbeitet.
Zur Sicherung der umfangreichen Tools und Anwendungen habe ich einen TACKK erstellt, welchen ich gern hier zur Verfügung stelle. In dieser interaktiven Präsentation besteht die Möglichkeit, Bilder, Video, Texte und Links miteinander zu verknüpfen.
Mein ganz persönliches FAZIT:
Es hat sich gelohnt:
… der Austausch über die Landesgrenzen hinaus war überaus interessant und bereichernd. Es gibt so viel Verbindendes!
… die technischen Möglichkeiten zum Einsatz von digitalen Medien und Lernprogrammen sind nahezu unbegrenzt.
… jeder muss seine eigene Wahl treffen, welche Tools für ihn in welchen Zusammenhängen als sinnvoll erscheinen.
… die Möglichkeiten, sich mit dem Einsatz digitaler Tools der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler anzunähern und sie vielleicht auf diesem Wege besser zu erreichen, sind vielfältig.
… Englisch ist die verbindende Sprache zur Kommunikation… aber Hände, Füße