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06.10.2012

Weinreise 2012 nach Rüdesheim

Dichter Nebel liegt im dem Rheintal als die Schüler am Abreisetag über ihrem Abschlusstest zum Thema „Wein“ sitzen. 18 Schüler, 2 Lehrkräfte sowie Frau Franke vom DEHOGA sind von Hameln gestartet.
 
Mit kleinem Bus, großem Gepäck und erwartungsvollen Blicken fuhren wir um 6 Uhr in Richtung Rhein. Erste Station unserer Reise war die Sektkellerei Henkell in Wiesbaden. Wie alte Bekannte wurden wir von unserer Führerin mit einem Glas Sekt- natürlich Henkell trocken- begrüßt. In der im Jugendstil gestalteten Empfangshalle des Hauses Henkell wurde die Geschichte der Firma und Region doppelt lebendig. In den 1,5 Stunden, die wir in der Kellerei verbrachten, wurden 27000 Flaschen Sekt abgefüllt- alle 14 Sekunden eine Flasche.
Bei strahlendem Sonnenschein(!) und herrlichem Blick auf den Rhein ging es anschließend nach Eltville zum Kloster Eberbach. Gegründet 1136 von Bernhard von Clairvoux und seinen Zisterziensern liegt die Klosteranlage in einem malerischen Talkessel. Neben den imposanten historischen Gebäuden, dem Park mit Kunstobjekten und einer hochmodernen Vinothek lädt die Klosterschänke zum Verweilen ein.
Im nahen Steinberg, standen wir inmitten von Reben mit reifen und vollreifen Trauben. So mancher Schüler naschte hier eine Beere und bekam eine Vorstellung von Geschmack, Konsistenz und der Magie des Weines und seiner Herstellung. Im modernsten Weinkeller Europas, welcher Teil der Hessischen Staatsweingüter ist, konnten wir 15 Meter unter der Erde unser erstes Glas Riesling genießen - der Hauptrebsorte im Rheingau.
Der nächste und letzte Weg am ersten Tag führte uns in die Stadt Rüdesheim, von wo wir nach Abendessen und Sightseeing in unsere Pension fuhren.
Am nächsten Tag führte uns der Weg zu Schloss Johannisberg, welches vor 900 Jahren von Benediktinermönchen gegründet wurde und damit ältestes Riesling Weingut der Welt ist. Hoch über dem Rhein, wiederum bei strahlendem Sonnenschein, wanderten wir mit unserem Führer durch den Weinberg.
Danach ging es in den Weinkeller von Johannisberg, der 15 Meter unter der Erde die Größe mehrerer Fußballfelder hat. Unter den Füßen knirschte der Kies, über uns ein riesiges Gewölbe und am Ohr das liebliche Gluckgluck der ersten Gärung in den Fässern aus Johannisberger Eiche- und wir wandelten wieder auf den Spuren der Geschichte und bestaunten die Weinbibliothek, deren ältester Wein von 1748 stammt. Nicht zuletzt ein paar Probierschlucke ausgezeichneten Rieslings machten diesen Aufenthalt unvergesslich.
Nur einen Katzensprung entfernt lag unser nächstes Ziel - Schloss Vollrads. Es ist ein junges, modernes Weingut, welches tolle Marketingideen verfolgt und dabei die bestehenden Ressourcen gut ausschöpft und einen stilistisch sehr guten Riesling herstellt, der ganz eigene Qualitätsansprüche hat.
Nachdem die zwei Stunden vor Ort wie im Flug vergingen, machten wir uns am Rhein entlang auf den Weg zur Loreley. Strahlender Sonnenschein, Burgen, Schlösser, Ruinen und Weinberge prägten unseren Ausflug.
Dann ging es zur Winzergenossenschaft Bornich, wir wurden von Herrn Stern begrüßt, welcher mittlerweile 82 Jahre alt ist. Fast 3 Stunden dauerte die Probe, untermalt von rheinischen Mundartgedichten und dem gemeinsamen Singen des Loreley- Liedes. Dabei hatte Frau Stern uns wieder Schnittchen geschmiert, Trauben aus dem Garten gepflückt. Beides verspeisten wir in lustiger und sehr gelöster Atmosphäre. Pflichtbewusst und gut gelaunt brachte uns anschließend unser Busfahrer wieder wohlbehalten in unsere Pension.   Am nächsten Morgen Frühstück halb acht und anschließend hieß es den Abschlusstest schreiben. So wurde die Zeit bis zur Abreise knapp. Und doch gab es noch eine letzte Station in unserem Reiseplan - das Weingut Robert Wein. Ausgezeichnet mit 5 Trauben im Weinführer, der höchstmöglichen Bewertung, hat diese Besichtigung für Weinkenner einen besonderen Wert. Unsere Schüler erlebten ein sehr stilvolles gestaltetes Weingut- hochmodern und doch seiner Tradition verbunden mit herausragenden Weinbergslagen und einem entsprechend einzigartigen Wein. Gut gelaunt traten wir die Rückreise an.
Wir freuen sich schon auf die nächste Weinreise im nächsten Jahr.

B.Ideker und J.Kolbe