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09.11.2019

WALD = Wir Alle Leben Davon!

Schüler/innen aus dem Jg. 13 des Beruflichen Gymnasiums erkun-den das „Ökosystem Wald“ auf dem Hamelner Klüt
 


Am 01.11.19 begaben sich die Schülerinnen und Schüler des Bio-Prüfungskurses Jg. 13 (BigA1) mit Frau Dr. Hahn aus der kuschelig-warmen Schule in den kalten und leider total verregneten Klütwald. Denn für das Zentralabitur 2020 steht das „Ökosystem Wald“ auf dem Stundenplan – und was liegt da näher, als selbiges direkt vor der Haustür zu erkunden? Also raus aus der Schule und rein in den Wald!
Gemeinsam mit der Waldführerin Frau Steuber-Weißensteiner vom Forstamt Hameln haben wir uns den Hamelner Stadtwald aus der Nähe angeschaut. Schon nach wenigen Metern im Wald gab es vieles zu klären: Was gibt es eigentlich für Baumarten im Klütwald? Was sollen die farbigen Markierungen daran? Zu welchem Tier gehören diese Spuren? Gibt`s hier eigentlich auch Borkenkäfer? Wie sehen sie aus? Und wie kommen die Bäume mit der Trockenheit der letzten Jahre zurecht? Welches sind die „Bäume der Zukunft“?
Anhand verschiedener Gegenstände (Plastiklöffel, Weidekorb, Schreibblock, Konservendose, Eisstiel, Korken, Kohle, Eierkarton etc.) machte die Waldführerin zunächst eindrucksvoll deutlich, wie sehr wir alle in unserem Alltag vom Holz abhängig sind – entweder direkt (z.B. Papierherstellung, Brennstoff) oder indirekt (z.B. in Form von Plastikteilen, die ja aus Erdöl hergestellt werden). Anschließend haben wir uns diverse Baumquerschnitte am Wegesrand angeschaut und gemeinsam überlegt, wo und wie der Nährstoff- und Wassertransport im Baum eigentlich funktioniert. Um zu veranschaulichen, dass auch in bereits verholzten Bereichen Transportmöglichkeiten bestehen, gab es dann einen anschaulichen Versuch. Jede/r Schüler/in bekam eine kleine Holzscheibe, bei der auf einer Seite eine Seifenlösung aufgetragen wurde. Durch kräftiges Pusten von der Rückseite entstanden mehr oder weniger große Schaumblasen – selbst im harten Holz gibt es also tatsächlich Transportkanäle.
Beim weiteren Gang durch den (leider dauer-regnerischen) Wald wurden Wildschweinspuren erklärt, die Bedeutung toter Bäume für das Ökosystem herausgestellt und verschiedene Baumarten mit ihren Besonderheiten gezeigt. Dabei stand u.a. die Bedeutung der Esskastanie im Mittelpunkt– vermutlich einer der „Zukunftsbäume“ unserer Region (Hameln ist der nördlichste Esskastanienbestand in Deutschland).
Nach einem steilen Aufstieg am Klütturm angelangt, gab es einen kurzen historischen Überblick über die frühere militärische Nutzung des Klüts, woraus sich das junge Alter des Hamelner Stadtwaldes von ca. 150-170 Jahren sowie die hohe Anzahl an Fichten (→ schnell wachsendes Bau-Material) erklärt. Danach ging es auf eine große Lichtung, auf der die Auswirkungen des Klimawandels (v.a. steigende Temperaturen, geringere Niederschläge) deutlich spürbar wurden: alle Fichten mussten dort aufgrund von Trockenheit, Sturmschäden und/oder massivem Borkenkäferbefall gefällt werden. Mit Hilfe von laminierten Karten informierten wir uns über die ökologische und physiologische Potenz der verschiedenen Baumarten, die derzeit auf dem Klüt zu finden sind. Dabei wurde deutlich, dass es zukünftig vermutlich gravierenden Veränderungen im Bestand geben wird: während Stieleiche, Esskastanie und Esche mit den veränderten klimatischen Bedingungen noch recht gut zurechtkommen, sieht es für Fichten, Rotbuchen und Ahorn eher schlecht aus.
Abschließend lässt sich sagen, dass in der Exkursion allen Schüler/innen die enorme Bedeutung des Ökosystems Wald deutlich wurde. Denn: WALD – Wir Alle Leben Davon!
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